Kappadokien und Türkische Riviera

Unsere Rundreise begann in Antalya und führte uns zuerst über das Taurusgebirge. Dabei mussten wir über einen  2000 m hohen Pass, was unserem Reisebus – einem älteren und deutlich untermotorisierten Exemplar – nicht leicht fiel. Die weitere Fahrt durch Mittelanatolien war nicht sehr abwechselungsreich. Die Landschaft ist eintönig, karg und dünn besiedelt. Wir konnten Halbnomaden mit ihren Ziegenherden beobachten. Wir waren froh, als wir am Abend unser Hotel beziehen konnten. Doch der folgende Tag sollte sich ganz anders gestalten.

Morgens um 5 Uhr vor Sonnenaufgang wurden wir abgeholt und zum Startplatz für die Heißluft – Ballonfahrt gebracht. Dicht nebeneinander wurden zahlreiche Ballons vorbereitet für den Start. Diese haben ganz andere Ausmaße als die, die wir bei uns kennen. Das ist auch notwendig, denn die Gondeln können ca. 20 Personen aufnehmen.

 

k1024_026

k1024_028

Die Piloten waren absolute Könner.Wir stiegen auf und ab,und fuhren manchmal nur ca. 1 m über die Felsen hinweg. Wahnsinn! Dazu die grandiose Felsenlandschaft !

K1024_036   K1024_043

 

k1024_038

Wir konnten an diesem Morgen über 70 Ballons gleichzeitig in der Luft sehen. Nach einer Stunde war die Fahrt vorbei. Dem Piloten gelang es, den Korb direkt wieder auf dem Anhänger abzusetzen. (Heidi klettert gerade heraus.) Das Vergnügen kostete pro Person 150 Euro, aber die waren wirklich gut investiert.

k1024_039

In den 3 Tagen in Kappadokien wurden wir zu zahlreichen landschaftlichen Sehenswürdigkeiten gefahren. Im Laufe der Jahrtausende hatten Hitze und Kälte, Wind und Wasser aus dem   Tuffgestein (verfestigte Vulkanasche)  die skurrielsten Formen herausgearbeitet. Obendrein haben die Menschen in die Felsen Höhlen  gebaut: Wohnungen,  sogar unterirdische Städte und Kirchen. In der  bisher größten entdeckten unterirdische Stadt legten Forscher  8 Stockwerke für bis zu 30000 Menschen frei. Die Wohnungen, die in Ausnahmefällen auch noch heute genutzt werden,  dienten früher in erster Linie als Schutz vor Feinden. Sie waren aber auch beliebt, weil in ihnen eine ausgeglichene Temperatur herrschte. Im Sommer wird es hier bis zu 40 Grad heiß, im Winter bis zu -30 Grad kalt. ( Wir konnten es im September bei einer trockenen Wärme von 25 -30 Grad in ca. 1200 m Meereshöhe ganz gut aushalten.)

K1024_037  K1024_056

K1024_049K1024_061

k1024_053

k1024_072

Nach diesen Tagen voller schöner Ausblicke legten wir auf der Rückfahrt  zur Türkischen Riviera einen Zwischenstopp an der berühmten Karawanserei Sultanhani ein. An den alten Handelsstraßen wurden alle 30 bis 40 km solche Karawanserein eingerichtet. Menschen und Tiere konnten darin rasten und Schutz suchen. Diese hatte riesige Ausmaße und bot wohl   Hunderte Übernachtungsplätze.

k1024_074

Zurück in Antalya stand eine Stadtbesichtigung und eine Bootsfahrt auf dem Programm. Hier am Meer war das schwüle Klima deutlich spürbar und schnell suchten wir immer wieder schattige Plätze auf, auch zum Mittagessen, allerdings nicht in der bekannten Kebabgasse.

K1024_081     K1024_008

Am nächsten Tag stand der Transfer  nach Alanja an –  eine Woche Badeurlaub in einem kleinen Stadthotel 200m vom Meer enfernt. Zum ersten Mal auf unseren Reisen war uns „All Inclusive“  vergönnt! Wir haben es gut „überstanden“ und konnten unser Gewicht  gut halten, das bestätigte unsere Waage zuhause. Übrigens haben wir die ganzen 14 Tage zum Glück keine Magenprobleme bekommen.

Wir wohnten ca. 3 km vom Stadtzentrum entfernt, konnten es aber mit dem Bus und  auch zu Fuß auf einer sehr hübschen Promenade erreichen. Beherrscht wird  die Stadt von einem alles überragenden Burgberg mit der Altstadt darum. Die Burg hat allerdings nur noch Mauerreste zu bieten. Man hat aber von oben einen herrlichen Blick auf die Stadt und den Hafen, in dem zahlreiche Schiffsnachbauten auf Gäste warten

k1024_088

k1024_092

Da wir all die Tage Seewind hatten, machte das Baden in den bis zu 1,50 m hohen Wellen besonders viel Spaß und doch sind Heidi und ich der Meinung, dass 3 Tage Strandurlaub uns auch gereicht hätten.

k1024_090

Damit schließt sich unser Reisejahr 2015, aber neue Ziele für 2016 sind schon gesteckt.

 

 

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreibe einen Kommentar

China – ein Land voller Gegensätze

20 Tage waren wir mit einer Gruppe von 17 Personen in diesem riesigen Land unterwegs. Natürlich haben wir nur einen kleinen Teil davon gesehen, doch interessante Eindrücke gab es reichlich. Die Rundreise begann in Peking undd endete in Shanghai. Befürchtungen, dass dies vielleicht zu anstrengend für uns sein könnte, bewahrheiteten sich nicht, obwohl wir in diesen knapp 3 Wochen insgesamt fast 6000 km zu Lande, zu Wasser und in der Luft ( 3 Inlandflüge) zurücklegten. Besichtigungsprogramm und Ruhephasen wechselten sich ab. Vor allen Dingen die 3-tägige Kreuzfahrt auf dem Yangtze war diesbezüglich sehr angenehm.
Laut Wetterbericht war fast immer Sonne vorhergesagt – sie ließ sich aber häufig nur erahnen. Smog!! Er war spürbar und sichtbar in allen großen Städten und ließ erst im Süden des Landes nach. Abgesehen von einem kurzen Kälteeinbruch ( 15 Grad) waren die Temperaturen meistens zwischen 20 und 25 Grad – schwülwarm.
Der Smog ließ uns Fotografen ein bisschen verzweifeln, denn gestochen scharfe Aufnahmen waren kaum möglich. Im folgenden habe ich versucht, die unzähligen Eindrücke und dementsprechend vielen Aufnahmen zu bündeln und zu gliedern.
Die Reise lief unter dem Titel „Höhepunkte Chinas“. Diese führe ich nur kurz auf, denn über sie gibt es zahlreiche Literatur.
Auf dem Platz des Himmlischen Friedens (Tiananmen – Platz) in Peking ( 20 Mio. Einw.) finden unter Maos Augen die Aufmärsche und Paraden statt.Er ist auch der Zugang zur Verbotenen Stadt und dem prachvollen Kaiserpalast.

025 028

040

033

Vor den Toren der Stadt gehört die Gartenanlage Sommerpalast auch zu den Unesco – Kulturerben. Das Marmorschiff mit Schaufelrädern sticht besonders ins Auge.

077

Für einen Tagesausflug ging es zu der mit Spannung erwarteten Großen Mauer. Wie überall waren hier Menschenmassen unterwegs.Erst als Heidi und ich mühsam und schweißtreibend den dritten Wachtturm und damit ca. 300 Höhenmeter geschafft hatten, lichteten sich die Reihen. Erschwerend kam hinzu, dass einzelne Stufen 40 bis 50 cm hoch sind. Nach dieser sportlichen Leistung stellten wir uns mit unserer Reiseleiterin in Positur.

013

015            012

Natürlich wurde uns auch das Olympiagelände mit dem Stadion „Vogelnest“ gezeigt.

001

Von Peking ging es nach Xian (9 Mio. Einw.). Natürlich hat man von der Terra-Kotta-Armee gehört. Aber wenn man durch die riesigen Hallen geht und auf die insgesamt 7000 Tonfiguren schaut,kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Jede Figur ist ungefähr 1,80 m groß und mit individuellem Gesichtsausdruck. Das Grab entdeckt hat vor 40 Jahren zufällig ein Bauer beim Brunnenbau. Seitdem ist er ein berühmter Mann, ist täglich auf dem Gelände und lässt sich gegen Geld fotografieren, z. B. mit Egbert aus unserer Gruppe. Der Bauer hat es inzwischen zu betächtlichem Reichtum gerbracht.

085

087

108

 

099

Zu einer Chinarundreise gehört natürlich auch eine Kreuzfahrt auf dem Jangze. Wir fuhren von Yichang nach Chongqing über 600 km flussaufwärts. Chongqing hat 30 Mio. Einwohner und ist damit die größte Stadt Chinas. Erster Anlaufpunkt war der Drei-Schluchten-Damm mit seinen gewaltigen 5 Schleusen und 26 Turbinen. Dieses auch in China umstrittene Bauwerk mit einer Länge von 1983 m ( im Dunst nur zu erahnen) und einer Höhe von 185 m staut den Fluss zu einem See von 630 km Länge. Dazu mussten 2 Mio. Menschen in höher gelegene Gebiete umgesiedelt werden. Die Hochwassergefahr ist gebannt, Energiegewinnung ist notwendig, Schifffahrt ist möglich, aber die ökologischen Folgen sind noch nicht absehbar.
Mit kleineren Booten sind wir von unserem Kreuzfahrtschiff aus auch in kleinere Schluchten gefahren.Obwohl der Wasserspiegel durch den Damm um 110 m angehoben wurde, boten sich uns doch grandiose Ausblicke mit bizarren Felswänden.

211

196 214

227                                                         215

In Chengdu (14 Mio. Einw.) warteten 2 weitere Highlights auf uns. Zum einen die größte sitzende Buddha-Statue und die Panda-Aufzuchtstation.
Vom Buddha haben wir nur den gewaltigen Kopf gesehen. Es war schwierig , über die Köpfe der unzähligen Besucher hinweg einen freien Blick zu haben. Um die ganze Figur ganz zu erfassen, hätten wir hinabsteigen müssen. Aber das haben wir uns bei den Menschenmassen verkniffen. Ähnlich voll war es bei den Pandas.

303

318

k1024_345k1024_351

 

 

Nicht alle China-Rundreisen haben den Li – Fluss im Süden des Landes im Angebot.( Übrigens trennt der Jangze Nord- und Südchina.) Aber der Flug dahin bescherte uns einen wunderschönen Tag mit Sonne und wenig Smog. Am Vormittag unternahmen wir eine Bootsfahrt auf dem Fluss und konnten die so herrlichen Karstberge bewundern.Diese einmalige Landschaftsform ist Weltnaturerbe und dehnt sich bis nach Vietnam hinein. Am Fluss konnten wir zahlreiche Wasserbüffel beobachten, die in dieser Jahrezeit „Urlaub“ von der Arbeit auf den Reisfeldern haben ( in Südchina 2 Ernten pro Jahr). Nachmittags starteten wir zu einer Radtour durch die Felder entlang des Li – Flusses und konnten hautnah das Leben auf dem Lande erkunden. Herrlich!

k1024_418

k1024_417k1024_440

 

 

k1024_407

k1024_anhang-1

Auf Shanghai gehe ich später ein. Jetzt möchte ich erst einmal versuchen , die Städtelandschaft zu beschreiben ,soweit mir das als Tourist als Langnase, wie Europäer dort bezeichnet werden – möglich ist.
Es gibt sie noch, die Altstadtviertel in Peking. Auf einer Rikschafahrt konnten wir Einblicke in dieses Leben gewinnen. Aber immer mehr müssen diese Hutong ( Gassen) dem Bauboom weichen. Überall in den großen Städten und vor allem an ihren Rändern sind ganze Hochhauslandschaften entstanden – einförmig und hässlich. Es wird überall gebaut. Häuser, Straßen, U-Bahnen. Bei allen Baumaßnahmen sind Wanderarbeiter im Einsatz. In Shanghai sollen es 8 Mio. sein. Wie überall in der Welt wollen die Menschen in die Stadt. Wer über den sozialen Wohnungsbau eine neue Wohnung zugewiesen bekommt,hat einen wichtigen Schritt in eine scheinbar bessere Zukunft gemacht.
In diesen Hochhäusern gibt es Fahrstühle erst ab der 7. Etage. Oft müssen sich 4 Familien eine Toilette und eine Kochstelle teilen.Geheizt wird ab dem 15. Oktober. Die Regierung hat außerdem festgelegt, dass das nur für den Norden gilt. In Südchina gibt es keine staatliche Heizungsperiode, obwohl es dort auch unangenehm kühl wird.
Die öffentlichenToilettenanlagen werden in China „Harmoniehalle“ genannt. Die Hygiene darin ist sehr unterschiedlich.

k1024_231

k1024_059

k1024_061

 

Es gibt aber auch die schönen Seiten in den Städten, in Peking z. B. viel Blumenschmuck wegen des gerade erst begangenen Nationalfeiertages. Die Chinesen lieben die abendlichen Lichteffekte, deswegen werden viele Bauwerke angestrahlt. Eine Lichtshow mit ganz unterschiedlichen Motiven auf einer riesigen Videowand oberhalb einer Einkaufspassage war schon sehr spektakulär.

k1024_055

k1024_152

k1024_136

 

Die folgenden Bilder beschreiben situativ den Alltag in China. Vorab ist festzustellen, dass die Chinesen viel arbeiten müssen. Ihnen stehen im Jahr nur wenige Tage Urlaub zur Verfügung, nämlich zum Frühjahrsfest und nach dem Nationalfeiertag am 1. Oktober. Die Rente beginnt allerdings recht früh: Männer mit 60, Frauen mit 50 Jahren. Dann kümmern sie sich um die Enkelkinder, halten sich fit mit viel Bewegung, übernehmen kleine Jobs als Straßenfeger – in den Städten ist es deshalb sehr sauber – oder als Parkplatzwächter.
Auf vielen Plätzen treffen sich abends Fauen( Männer sind dabei seltener zu beobachten), irgendjemand hat einen Lautsprecher mitgebracht, sehr laute , auch westliche Musik erklingt und es wird in Formationen getanzt.

k1024_051

k1024_491

 

k1024_054

k1024_146            k1024_278

k1024_441

 

In der Volksrepublik China wird der Religion überraschend viel Raum gewährt. Die meisten Tempel und Klöster mit ihren Pagoden und Heiligtümern sind buddhistisch.Aber der Chinese geht pragmatisch damit um: Je nach Bedarf richtet sich sein Gebet an diesen oder jenen Buddha oder Heilsbringer,dazu werden Glocken geschlagen oder Kerzen gezündet.

k1024_468

k1024_259

k1024_388

k1024_487

 

 

 

 

Verkehr gibt es reichlich in den Städten. Verkehrsregeln soll es auch geben, aber niemand hält sich daran. Zebrastreifen z.B. sind aufgezeichnet, doch eine Sicherheit für die Fußgänger besteht nicht. Man ist immer froh,unbeschadet eine S
traße überquert zu haben. Unfälle haben wir allerdings nur ganz vereinzelt beobachten können, sehr erstaunlich.
Fahrräder sind seltener geworden. Dafür sind Mofas und Motorroller in allen Variationen vorherrschend. Alle sind mit Akku ausgestattet. Ein Glück – sonst wären der Krach und die Abgase wohl nicht auszuhalten. Hinzu kommt, dass die bei Dunkelheit alle ohne Licht fahren. Andererseits gelten strenge Gesetze. Einmal bei Rot über die Ampel fahren, kostet 6 Strafpunkte . Mit 12 Punkten ist der Führerschein weg. Doch die Chinesen nehmen das flexibel: Man kann sich von Freunden oder Verwandten neue Punkte kaufen oder leihen.
Staus aufs allen Straßen! In Peking dürfen deshalb an manchen Tagen nur die Autos mit geraden Kennziffern, an den anderen Tagen die mit ungeraden Ziffern fahren. Die Lösung: Wer es sich leisten kann – und sehr viele können das – hat 2 Autos mit unterschiedlichen Endnummern.

279 457

k1024_274

 

k1024_283

284 297

Im Eisenbahnverkehr werden Schnellzüge mit 305 km/h eingesetzt. Bahnhöfe haben immense Ausmaße, wie der in Hangzhou.Diese Stadt (8 Mio. Einw.) südlich von Shanghai hat uns besonders gut gefallen: Nicht so viele Hochhäuser, dafür schöne Parkanlagen und der idyllische Westsee.

497

492 495

Über die chinesische Esskultur wird viel spekuliert. Wir sind mit europäisch-chinesischem Essen vewöhnt worden und haben es immer gut vertragen. Bei den Mahlzeiten saßen wir immer um einen runden Tisch mit 9 Personen. In der Mitte stand eine drehbare Glasplatte, auf der alle Speisen serviert wurden. Jeder bediente sich nach Belieben. Das empfanden wir als sehr angenehm. Auf diese Weise verköstigten wir auch Spezialitäten wie Pekingente, Maultaschen und Feuertopf.

036

175 179

374

 

In den Auslagen der vielen Garküchen sahen wir aber auch neben ganz leckeren Gerichten etliche Speisen, die wir dann doch lieber nicht probiert haben.

377                     194

Für den schnellen Imbiss zwischendurch boten sich verschiedenen Suppentöpfe an. Man gießt heißes Wasser dazu, wartet ein wenig und fertig ist eine leckere Nudelsuppe. Heißes Wasser kann man überall umsonst an Raststätten oder auch im Zug bekommen. Die Chinesen brauchen es auch zum Teeaufguss. Übrigens haben wir das Essen mit Stäbchen nie beherrscht. In den Hotels wurden immer Gabeln gereicht. Wir hatten sie vorsichtshalber stets im Handgepäck. In den Genuss der Suppe mit den langen Nudeln kommt man übrigens ohne zu schlürfen und zu kleckern nicht.

056

Ein Highlight folgt noch – Shanghai (23 Mio. Einw.) – das Symbol des enormen Wirtschaftswachstums Chinas, am deutlichsten zu bestaunen am Bauboom in Pudong: Wolkenkratzer an Wolkenkratzer – einer gewaltiger, schöner und höher als der andere. Um uns einen Überblick zu verschaffen, fuhren wir auf den Jin Mao Tower zu einer Plattform in 340 m Höhe. Der Aufzug schaffte 9 m pro Sekunde. Dort waren wir ganz nah am „Flaschenöffner“ und an dem noch im Bau befindlichen Shanghai – Tower. Er soll 630 m hoch werden, fast ist die Höhe erreicht. Keine Täuschung: Das Bauwerk ist in sich verdreht.Ein weiteres Markenzeichen ist der Oriental Pearl Tower – der Fernsehturm ist 468 m hoch. Ein Drehrestaurant und verschiedene Plattformen bieten tolle Aussichten. Natürlich werden alle Gebäude nachts illuminiert, z.T mit wechselnden Farben.

506

498

507                      241

515

542

Am nächsten Tag brachte uns der Transrapid mit 430 km/h zum Flughafen Shanghai. Für die 31 km brauchte er knapp 8 Minuten. Nach diesen unvergesslichen Momenten warteten ca. 12 Stunden Rückflug nach Frankfurt auf uns.
Wir sind uns einig: China ist eine Reise wert.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreibe einen Kommentar

Faszination Marokko

              

Drei bis vier Flugstunden von Deutschland entfernt: Endlose Sandstrände – Gebirgspanoramen im Hohen Atlas – Dattelpalmenoasen – die Medina als orientalische Stadt – die Architektur der Kasbahs – gläserne Hochhäuser – Zelte der Halbnomaden mit ihren Ziegen- und Schafherden – Wüstendünen der Sahara – Dromedare und Esel – Landrover und Fahrräder . . . . . . . . . um nur einige Kontraste zu erwähnen.        

Schon vor einigen Jahren hatten wir eine Reise in dieses Land geplant, aber wegen politischer Unruhen und Attentate doch lieber verschoben. Während es in diesem Jahr in den nordafrikanischen Nachbarstaaten zu revolutionären Aufständen kam, blieb es in Marokko ruhig. So hatten wir also keine Bedenken, die Busrundreise zu starten.

Warum hat es in Marokko keinen Aufstand der Bevölkerung gegeben? Achmed, unser Reiseführer, wies uns immer wieder auf die vielen neuen Baugebiete an den Ortsrändern hin: Sozialer Wohnungsbau überall! Der Staat lässt Wohnungen errichten, stellt Kredite zur Verfügung, mit denen die Menschen die Wohnungen erwerben und abbezahlen Können. Eine durchschnittliche Wohnung kostet umgerechnet ca. 20000 Euro. „Staat“  meint in erster Linie König Mohammed VI., der seit 1990 im Amt ist und im sozialen und religiösen Bereich viele Reformen in Gang gesetzt hat. Vor allem den Frauen wurden deutlich mehr Rechte zugebilligt, z. B.  gibt es jetzt  weibliche Ministerinnen oder Polizistinnen. Insgesamt ist der Demokratisierungsprozess erheblich vorangeschritten. All dies sind Indizien dafür, dass der König die Zeichen der Zeit erkannt hat. Die Bevölkerung scheint dieses Entgegenkommen zu spüren und verhält sich ruhig. Was nicht heißt, dass nicht noch sehr viel zu tun bleibt, um die gewaltigen Gegensätze zwischen Arm ind Reich, die wir beobachten konnten, auszugleichen.

.Unsere Tour im Überblick:

                                            

 

In Casablanca fuhren wir zum ersten architektonischen Höhepunkt, der Großen Moschee Hassan II.  Es ist die zweitgrößte Moschee der Welt – nach der in Mekka –  und bietet 100000 Betenden Platz.. Ein gläsernes Schiebedach kann bei Bedarf geöffnet werden und erlaubt so den ungehinderten Blick gen Himmel.Das Minarett ist mit 200 m Höhe der höchste Sakralbau.

 

                                            

Weiter ging die Reise in die Hauptstadt Rabat. Von weitem schon zu sehen ist der Hassanturm- ein Minarett einer nie vollendeten Moschee. Gegenüber befindet sich das Mausoleum von Mohammed V. Das ganze Ensemble wird von der königlichen Garde bewacht.

                                   

  

Einen ganzen Tag verbrachten wir in  der Königsstadt Fes. Nachdem wir uns von einem Hügel aus einen Überblick über die Stadt verschafft hatten, galt unser Hauptinteresse der Medina ( Altstadt). Es ist der sehenswerteste und älteste Teil der Stadt, den die UNESCO zum Weltkulturerbe erklärte. Die Medina ist von einer durch zahlreiche Stadttore durchbrochenen  Mauer umgeben. In ihr leben und arbeiten ca. 350000 Menschen und sie ist damit die größte Medina der Welt. Für Autos ist in den engen Gassen kein Durchkommen, deswegen ist der Esel das  wichtigste Transportmittel, außer den vielen von Menschen gezogenen Handkarren. Leben pur! Das Besondere ist, dass es neben den unzähligen Geschäften – wie in jedem Basar – eben auch die vielen Handwerker jeglicher Art gibt, die ihre Arbeit verrichten.

 

 

 

 

 

 

    

Mittendrin in der Altstadt befindet sich auch eine Gerberei und Färberei von Leder. In glühender Hitze und bei beißendem Gestank stehen die Männer dort in den Bottichen und bearbeiten das Leder. Grausame Verhältnisse!

 Von dem langen Rundgang konnten wir uns in einem marokkanischen Restaurant erholen. Wir wurden verwöhnt mit vielen leckeren Vorspeisen, verschiedenen Schmorgerichten, Obst, Kuchen und zum Schluss gab es  den obligatorischen Minztee.     Zur Freude aller Mitreisenden wurde ich im Handumdrehen kostümiert. Man sieht, es hat mir Spaß ????   gemacht.

 

 

  

Der Tag klang auf der Hotelterrasse aus.  Dort wurde uns noch ein Naturschauspiel geboten. Wir konnten einen Zug von genau 263 Störchen auf dem Weg nach Süden über uns beobachten.( Heidi hat gezählt.) Einen hatten wir schon am Tag mitten in Fes erblickt. 

 

          

Am nächsten Tag hieß es früh aufstehen. Vor uns lag eine lange Busfahrt in den Süden des Landes. Wir überquerten den Mittleren Atlas auf einem Pass mit über 2000 m Höhe. Dort sind einige Wintersportgebiete erschlossen. Nachdem wir auch den Hohen Atlas hinter uns gelassen hatten, erreichten wir am Abend die Palmenoase Erfoud am Rande der Sahara. Die Einrichtungen des Hotels dort haben uns sehr gut gefallen, ähnlich, wie wir es vor ein paar Jahren in Namibia erleben duften. Wir waren in Afrika angekommen. Da wir hier 2 Tage blieben, gab es auch Gelegenheit, den Pool zu genießen.

     

Höhepunkt unseres Aufenthaltes hier war eine organisierte Tour  mit Geländewagen auf schlecht markierten Schotterpisten zum Erg Chebbi, dem größten Sandwüstengebiet mit über 100 m hohen Dünenkämmen. Auf dem Wege dahin stoppten wir noch bei einem Nomadenzelt, nahmen einen Tee zu uns und dann ging es weiter zu den Berbern, die schon mit ihren Dromedaren auf uns warteten. Wir verzichteten auf den kurzen Ausritt und genossen so die Weite der Wüste.  Einer der Berber war wohl mit dem Moped zur „Arbeit“ hergefahren.

 

 

 

 

Nach diesen Wüstenerfahrungen ging es jetzt gen Westen über den Hohen Atlas in die Todra-Schlucht -einem weiteren landschaftlichen Höhepunkt unserer Tour. Die Schlucht ist an der engsten Stelle gerade mal 10 m breit.

 

Eine Nomadenfrau füllte in die verschiedenen Behälter Wasser ab, wird sie auf einen Esel laden, vielleicht auch einen auf dem Kopf tragen und sich dann auf den Heimweg begeben. Wer weiß. wie lang der Rückweg ist? – Frauenarbeit konnten wir täglich beobachten, während die Männer vor den Cafes und Geschäften saßen. Unser Reiseführer Achmed erklärte uns, die Männer würden lange und intensiv darüber nachdenken, ob sie arbeiten wollen, und wenn ja – wann?   Inschallah!  (= hoffentlich/so Allah will)

Die weitere Strecke verlief entlang der Straße der Kasbahs. Das sind die ehemaligen Herrensitze der Berber. Sie wurden errichtet aus gestampften Lehm und prägen zwischen den Palmenoasen die Landschaft. Da viele von ihnen zu zerfallen drohen, schützt die UNESCO einige von ihnen als Kulturschatz.   Ait Benhaddou dient als Kulisse für etliche Historienfilme, z. B.  für „Der Gladiator“. Gemeinsam mit unseren netten Reisebekannten Elke und Horst erkundeten wir den Ort.

      

 

         

Am nächsten Tag sind wir in Marakesch, dem ökonomischen Mittelpunkt in Marokkos Süden. Breite Boulevards, schicke Restaurants und Hotels, Golfplätze und Parkanlagen – und große Souks mit unendlichen Gassen und Läden. Ein Anziehungspunkt für zahllose Touristen! Und dann gibt es da natürlich den Platz Jemaa el- Fna – den Gauklerplatz.. Noch am Abend konnten wir dort teilhaben an dem unglaublichen Spektakel:  Unzählige Garküchen -Tänzer – Boxschaukämpfe -Märchenerzähler -Schlangenbeschwörer . Äffchen an der Leine – Musikanten …… faszinierend!

Fotografieren darf man das nur gegen Bezahlung, sonst werden die Schausteller sehr ärgerlich. Ich habe eine Dachterrasse als Standort für meine Fotos gewählt.

         

 

Dann hieß es Abschied nehmen von diesem fazettenreichen Land. Auf der Rückfahrt  zum Flughafen nach Casablanca grüßte uns noch einmal eine Berginschrift.

                                        ALLAH               MAROCCO             DER KÖNIG

 

 

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , | Schreibe einen Kommentar

Istanbul – es boomt am Bosporus

Nach 3 Stunden mit der Turkish Airlines und einem prima Service an Bord empfing uns die heimliche Hauptstadt der Türkei mit blauem Himmel und sommerlichen Temperaturen (22-25 Grad). Drei  wundervolle, aber auch anstrengende Tage sollten vor uns liegen.

 

              

Dunstig war es  jedoch manchmal schon. Das lag an den  Abgasen der vielen Autos, die versuchten, sich durch die Stadt fortzubewegen. Staus gehören zum Stadtbild, sodass wir auf unseren Bustouren so manche Stunde ausharren mussten.Der öffentliche Nahverkehr müsste dringend ausgebaut werden. Zum Vergleich: Berlin  hat 335 Streckenkilometer bei 3,5 Mio Einwohnern, Istanbul hat 152 km bei 13 Mio. , vielleicht auch 15 Mio. Einwohnern, keiner weiß das so ganz genau. Trotz der Verzögerungen konnten wir unser Programm abspulen. Die Reiseleiterin führte uns zu folgenden Sehenswürdigkeiten:

              

 Die Süleyman Moschee und natürlich die Blaue Moschee mit 6 Minaretten  sind zwei Meisterwerke der türkisch-islamischen Kunst. Zu den Gebetsstunden rufen die Muezzine  von allen Minaretten der Stadt per Lautsprecher( vom Tonband). Beim Freitagsgebet waren die Moscheen überfüllt, viele Gläubige verrichteten  deswegen ihr Gebet dann eben auf dem Vorplatz.. Das war sehr beindruckend.

Natürlich besichtigten wir auch den riesigen Topkapi Palast mit seinem Harem , die Hagia Sophia und die unterirdische Zisterne in der Nähe. Auf eine detaillierte Beschreibung verzichte ich. Dazu gibt es reichlich Literatur.

Erstaunlich ist, dass die Zisterne alle Erdbeben bisher unversehrt überstanden hat, auch das letzte schwere Beben 1999. Die Wahrscheinlichkeit, dass Istanbul wieder von Erdbeben heimgesucht wird, ist riesig. Nur die allerwenigsten der städtischen Gebäude sind erdbebensicher  konstruiert.

             

                                      

Zwischen den kulturellen Highlights gab es aber auch Momente der Muße und Erholung.Nach einer Fahrt entlang des Marmarameers und zum Goldenen Horn konnten wir ( unsere Freundin Gisela begleitete uns auf dieser Reise) im historischen Cafe Pierre Loti  bei einem Tässchen türkischen Kaffees oder Tees die herrliche Aussicht genießen.

In der Moschee heißt es für alle, Schuhe ausziehen, und für die Frauen, Kopftücher umlegen.

             

                              

          

 Wir hatten auch Gelegenheit, den Ägyptischen Gewürzbasar und den Großen Basar zu erkunden. Diese Düfte und Farben, diese Vielzahl an Angeboten sind betörend. Der Große Basar ist eine ganze Stadt unter einem Dach mit 61 Straßen und Gassen. Wir erstanden auch Kleinigkeiten und versuchten unser Geschick im Handeln. Ob mit wirklichem Erfolg, das können wohl nur die Kaufleute einschätzen.Wir hatten auf jeden Fall das Gefühl, ein guten Deal gemacht zu haben. Und  natürlich verloren wir beim Bummeln die Orientierung und fanden nur nach häufigem Nachfragen den richtigen Ausgang.

Andererseits beobachteten wir bei all dem Überfluss auch die Kehrseite: Flaschensammler sind mit großen Handkarren unterwegs und „fischen“ aus den Papierkörben  Plastikflaschen.  Diese Trinkwasserflaschen   sind  reichlich im Umlauf. Jeder trägt sie mit sich herum. Wahrscheinlich bringt er die Flaschen zu einem Sammelpunkt zum Recyceln. So verdient er seinen Lebensunterhalt.  –  Es gilt an dieser Stelle festzuhalten, dass die Stadt insgesamt einen sehr sauberen Eindruck macht.

 

            

               

Ein Höhepunkt unserer Reise war sicher die Bootsfahrt auf dem Bosporus. Bei strahlendem Wetter konnten wir vom Wasser aus die Siluette der riesigen Stadt erst so richtig wahrnehmen: Die unzähligen Moscheen und Paläste, die vielen,gepflegten Grünlagen am Ufer und in der Stadt, die Brücken über das Marmarameer und den Bosporus und die prachtvollen Häuser und Villen der superreichen Istanbuler auf europäischer und auch auf der asiatischen Seite.

              

               

 Das letzte Foto fasst noch einmal unsere Eindrücke von dieser herrlichen Stadt zusammen:  Viel Wasser –  reger Schiffsverkehr – eine hügelige Landschaft mit viel Grün – Tausende Menschen, die  am Sonntag das Picknick genießen – – –  und immer wieder Stau!

Visuell nicht zu erfassen, aber unbedíngt erwähnen möchte ich noch die Freundlichkeit der Türken, die wir in einigen Situationen erfahren durften.

 

         

 

 

 

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , | Schreibe einen Kommentar

Wohnmobilreise durch das Baltikum

Diese häufig genannte zusammenfassende Bezeichnung für die 3 Staaten wird von den einzelnen Ländern gar nicht so gern gehört. Sie legen Wert darauf, eigenständig und seit ca. 20 Jahren auch endlich freie EU- Staaten zu sein. Das erkennt man z. B. auch an 3 Währungen und an ihren sehr unterschiedlichen Sprachen.Wir konnten nichts verstehen bzw. lesen, übrigens die Esten, Letten und Litauer gegenseitig auch nicht. Englisch und Russisch sind verbindende Elemente.      

Ähnlichkeiten gibt es dennoch einige: Weite bewaldete   Landschaften, geringe Bevölkerungsdichte, große Armut auf dem Lande. Ein kleines Stück Acker und eine Kuh sichern häufig das Überleben . An- dererseits trafen wir nicht nur in den boomenden Hauptstädten auf riesige Einkaufszentren, die täglich bis 24 Uhr geöffnet haben und eine Auswahl in allen Bereichen haben, die überwältigend ist. Das trifft in besonderem Maße auf das Angebot an alkoholische Getränken zu, extrem bei den Wodka – Sorten. Alle Supermärkte sind mit Bankomaten ausgestattet, sodass wir nie Schwierigkeiten hatten, das nötige Kleingeld zu besorgen. Kartenbezahlung ist übrigens weit mehr verbreitet als bei uns.

Unsere Anreise erfolgte von Sassnitz (Rügen) nach Klaipeda (früher Memel) in Litauen mit einer 50 Jahre alten Autofähre. Unsere naive Vorstellung, dass wir unsere Reise mit einer Portion Luxus auf einem Kreuzfahrtschiff beginnen, erledigte sich schnell. Aber die gute „Kauna“ beförderte uns auch auf unserer Rückreise bei Windstärke 7/8 sicher wieder nach Hause.    

Bei der 3-wöchigen Reise durch die Länder haben wir so viele Eindrücke erfahren, die hier nicht alle wiedergegegeben  werden können. Somit beschränke ich mich auf einige besondere Momente. Dabei muss ich vorab ein großes Lob für „Luise“ aussprechen. Luise tauften wir die Sprechstimme auf unserem neuen Navi. Ohne Luise hätten wir etliche Ziele – vor allem in den Haupstädten – nicht  oder nur sehr schwerlich erreicht.

Eine Attraktion ist der Berg der Kreuze. Der beeindruckende Hügel, auf dem tausende Kreuze angebracht sind, hat sich im Laufe der Jahrzehnte – und zwar schon zur Sowjetzeit – zum Wallfahrtsort entwickelt. Er ist ein Beispiel des Widerstandswillens der Litauer gegen die Sowjets, welche die Kreuze immer wieder niederrissen, um dann zuschauen zu müssen, wie die Pilger stets neue Kreuze  aufstellten. Täglich kommen neue Kreuze hinzu.

            

Nicht weit entfernt fuhren wir über die Grenze (ohne Kontrolle) nach Lettland zum „Versailles der Ostsee“, dem Schloss Pilsrundale mit 138 Räumen und mit einem herrlichen Schlossgarten, in dem einmal 300000 Linden gepflanzt worden waren. Wir haben das nicht überprüft, aber schön war es.

    

Riga wartete auf unseren Besuch! Der Riga City Campingplatz lag ausgesprochen günstig. Wir mussten lediglich einen Spaziergang über die Daugavabrücke machen und waren in der Altstadt.

                                     

 Das taten wir mehrere Male, denn wir hielten uns in der Stadt ein langes Wochende auf.Es war obendrein ein besonderes Wochenende, denn es gab ein Festival mit Musik und mitelalterlichem Markt. Die Stadt war voller Menschen! Alle ca. 1 Mio. Einwohner der Metropole und unzählige  Touristen schoben sich durch die Gassen, sodass man  sich nur mittreiben lassen konnte. Das Leben pulsierte. Die Altstadt ist hervorragend restauriert und bietet wunderschöne, manchmal auch kuriose  Fotomotive. Beispiele sind das Schwarzhäupterhaus  (Innungshaus), eine Orthodoxe Kirche,ein Haus mit Wolldekoration, die Freiheitsstatue oder auch ein futuristische Bankhaus. In den erstaunlich vielen Straßencafes und – restaurants in der Altstadt gab es für uns immmer wieder reichlich Gelegenheit, sich von „Riga zu Fuß“ mit einem Cappuccino oder einem Glas Wein bzw. Bier zu erholen.

                                 

       

                            

Nach einigen Zwischenstationen Richtung Norden und der Grenzüberschreitung nach Estland erreichten wir Tallinn. Estland hat sich  in wirtschaftlicher Hinsicht am besten entwickelt, wohl auch dank der Unterstützung durch das benachbarte Finnland. Das zeigt sich z..B. an den besseren Straßenver- hältnissen und der Tatsache, dass hier der Euro eingeführt wurde. Tallin war  mal Austragungsort der olympischen Segel- und Ruderwettbewerbe 1980, die ja von den westlichen Staaten boykottiert wurden. Den Yachthafen gibt es natürlich noch und diente uns als Wohnmobilstellplatz- quasi unter den olympischen Ringen.

                   

Von dort aus gab es einen  guten Radweg in die Innenstadt, die uns immer mit etlichen Kreuzfahrtschiffen und Fähren begrüßte. Auch diese Stadt ist wunderbar wieder hergerichtet, zeigt sich aber anders als Riga mit einem mittelalterlichen Flair. Eine vollständige  Stadtmauer, Wachttürme, ein Burgberg und enge Gassen prägen die Altstadt. Wir waren von dem Gesamtbild sehr angetan. Obendrein entdeckten wir bei unseren Rundgängen auch einen guten „Italiener“bei dem wir preisgünstig essen konnten. Es fiel schon auf, dass es in Tallinn sonst im Vergleich recht teuer war. Vor den Toren Tallinns besuchten wir auch ein sehr großes und gut strukturiertes Freilichtmuseum mit folkloristischen Vorführungen.

           

         

Ein nächster Schwerpunkt unserer Reise sollte der Gauja Nationalpark sein .Dazu mussten wir erst einmal einen Fahrtag einschieben, denn der liegt in Lettland, nicht weit von Riga. Der Nationalpark erstreckt sich entlang des Flusses Gauja, der sich durch rote Sandsteinfelsen seinen  Weg gebahnt hat. Sehenswert sind hier auch die Städte Cesis und Sigulda mit ihren imposanten Burgen. Da das Wetter nicht so toll war, haben wir uns hier nicht so lange aufgehalten wie geplant.

            

Weiter ging die Fahrt gen Süden. Immer wieder warnten uns Schilder vor Elchen. Wir haben keinen gesehen und so erreichten wir ungefährdet den Mittelpunkt Europas in Litauen. Nach neuesten Messungen liegt dieser Punkt tatsächlich nur wenige Kilometer nördlich von Vilnius. Die Anlage ist neu gestaltet worden und natürlich ein Muss für ein Foto.

                                                            

             

Nun lag also die dritte Hauptstadt vor uns. Die Silhouette stimmte uns darauf ein, dass Vilnius als Stadt der Kirchtürme gilt. Von der Burg konnten wir allein 40 zählen , aber es sollen noch viel mehr sein. Barock bestimmt die Architektur der litauischen Hauptstadt. Prachtvolle Bürger- und Kaufmannshäuser bilden den Kern der größten Altstadt Osteuropas.Es gab viel zu tun für uns.Die Burg ,der  Kathedralen- platz mit dem freistehenden  Glockenturm, die gotische Annenkirche, und, und,und. Obendrein wurden wir wieder von einem Festival mit Musik und Kunstmarkt überrascht. Klasse!

             

                                                

Es stellte sich  eine gewisse Stadtmüdigkeit bei uns ein , sodass wir froh waren, nun in den historischen Nationalpark Trakai – nur 30 km von Vilnius entfernt – fahren zu können. Im Mittelalter wurde das Land von dem berühmten Wasserschloss Trakai regiert, dass mitten in einer Seenlandschaft liegt. Die Festung ist prächtig restauriert und beherbergt auch ein historisches Museum. In der kleinen Stadt Trakai gibt es noch etwas Interessantes zu beobachten. Da gibt  es ein Karäerviertel mit den Häusern und ihren typischen 3 Fenstern zur Straßenseite. Die Karäer bilden heute mit 150 Menschen eine religiöse Minderheit in Litauen. Im 16. Jahrhundert wurden sie von einem Fürsten aus der Krim als Soldaten angeworben. Die Religion ähnelt dem Islam, die Sprache ist aus der türkischen Sprachfamilie

           

                                                                  

Wir hatten noch ein paar Tage Zeit bis zur Heimfahrt, die Wetterprognose war günstig, also entschieden wir, die restlichen Tage auf der Kurischen Nehrung zu verbringen. Dorthin hatten wir schon gleich nach unserer Ankunft in Klaipeda einen Tagesausflug mit dem Fahrrad gemacht, jetzt aber ging es mit der Autofähre hinüber und die rund 45 km weiter bis zum letzten litauischen Ort, nämlich Nida. Die Nehrung insgesamt ist ungefähr 100 km lang , aber die 2. Hälfte gehört zu Russland , wie ein Verkehrsschild deutlich macht. Man braucht dann ein Visum.

 

Wir begnügten uns mit Wanderungen zur Hohen Düne (58 m) ,die jährlich 8 bis 10 m wandert, und entlang des unendliche Strandes. Sogar ein kurzes Bad konnten wir genießen, was uns sonst wegen fehlender hochsommerlicher Temperaturen nicht vergönnt war. Ansonsten unternahmen wir Fahrradtouren -auf der gesamten Nehrung gibt es den baltischen  Fahrradweg Nr.1 – und auch die Kultur kam nicht zu kurz: Das Thomas- Mann- Haus haben wir natürlich auch besucht. Thomas Mann ließ das Sommerhaus errichten und verbrachte dort 3 Sommer bis 1932, dann emigrierte er.

                                 

      

                                   

Wie schon erwähnt, mit einer stürmischen Rückfahrt  beendeten dann  wir unsere Tour. Insgesamt waren wir 4 Wochen unterwegs. Es dauerte ein paar Tage, bis wir uns nach so vielen unterschiedlichen Eindrücken wieder  an den Alltag gewöhnt hatten.Diese Vielfalt  sollen die abschließenden Bilder vermitteln.

   

       

 

 

 

    

 

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , , | Schreibe einen Kommentar

Südafrika und Namibia – Eindrücke einer Reise nach Afrika

Mit einem herrlichen Blick von der Terrasse des Top-  Restaurants „Leo`s at the `Castle“ über Windhoek mit Sonnenuntergang, dem üblichen Sundowner und einem 5-Gänge Menue, zu dem wir von unserem Reiseveranstalter eingeladen waren, so beendeten wir unseren ersten Tag in Namibia. Tagsüber hatten wir schon unser Mietauto übernommen ( es war ein ganz neues Fahrzeug, das uns nie im Stich gelassen hat), den Linksverkehr relativ gut gemeistert und einen Stadtrundgang gemacht. Schnell wurde uns klar:Die Hauptstadt ist nicht attraktiv.

Also starteten wir am nächsten Morgen auf unsere erste Etappe gen Süden Richtung Kalahari – zuerst auf Teerstraßen, dann aber auch auf Pads( Pisten), die ansonsten in einem relativ gut befahrbaren Zustand  sein sollen. In diesem Frühjahr allerdings nicht. Die Regenzeit hat länger gedauert und war erheblich ergiebiger als üblich. Gut für die Einwohner,  Pflanzen und Tiere: Die Kalahari war grün und die Flüsse führten Wasser. Schlecht für die Touristen: Das Autofahren war wegen der schlechten Pads anstrengend und die Tierbeobachtung auf den Safaris war erschwert, weil die Tiere sich nicht an den Wasserlöchern aufhielten mussten, sondern überall genug Wasser fanden. Das galt auch für die Flamingos.

Der erste Höhepunkt unserer Reise war Sossusvlei –  der schönste  „Sandkasten “ der Welt in der Namib. Sehr früh am Morgen starteten wir von unserer Lodge mit einem Guide in den Nationalpark zu den höchsten Dünen auf der Welt bis zu 400 m  Höhe. Auf einer kleinen Wanderung in ein Tal zwischen den Sandbergen konnten wir die Schönheit, aber auch die Lebensfeindlichkeit dieser Landschaft erfahren.

   

 Wie wohltuend erschien dann nach einer weiteren Tagestour der Anblick des Atlantik und von Swakopmund – fast wie zuhause: Deutsche Straßennamen, Geschäfte und Restaurants. Hier ist die Kolonialzeit noch sehr lebendig und es verwundert schon sehr, wenn ein schwarzer Ober die Bestellung in Deutsch aufnimmt.Den Landungssteg Jetty oder den alte Bahnhof (heute ein Luxushotel) könnte man auch in einem unserer Ostseebäder (ohne Palmen) vermuten, nicht allerdings den angeblich größten Kristall, den wir in der Kristall Galerie bewunderten.

                          

 

  

 Die nächsten beiden Tagestouren Richtung Etosha -Nationalpark galt es wegen der Eintönigkeit der Landschaft und der holprigen Piste zu bewältigen. Das andere Bild Namibias: Unendliche Weite, das Land ist etwa dreimal so groß wie Deutschland bei ca. 2 Mio. Einwohnern, wobei die Schwarzen größtenteils in sehr großer Armut leben. Die abgebildete Siedlung hat bestimmt schon höheren Standard.

                                  

 Ethosha- Nationalpark – ein weiterer Höhepunkt unserer Reise!  Foto- Safari war angesagt! Insgesamt hielten wir uns 3 Tage in dem Gebiet auf – allein in unserem PKW und auch auf einer geführten Tour. Auf einer Fläche in dem Ausmaße Hessens gestaltete sich die Tierbeobachtung aus dem oben schon erwähnten Grund nicht so ergiebig wie erhofft. Wir sahen keinen Elefanten,aber dafür doch eine enorme Anzahl von Giraffen,Antilopenarten, Gnus, Zebras,Strauße und auch Löwen (im Foto nicht erfasst) und immer wieder riesige Termitenbauten. Insgesamt waren wir mit der Ausbeute zufrieden.

   

                     

                          

 Im Etosha – Nationalparks war zu beobachten, dass die Etosha – Pfanne – ein riesengroßer ausgetrockneter Salzsee – in diesem Jahr mit Wasser überflutet war. Auch ein Beweis dafür, dass die Regenzeit außergewöhnlich heftig war. Übrigens haben wir auf unserer gesamten Rundreise und auch in Kapstadt keinen Regen gehabt, nur dessen Auswirkungen haben wir gespürt, die Temperaturen lagen meistens zwischen 25 – 30 Grad.

Von der Rückreise nach Windhoek gilt es noch 2 Dinge festzuhalten. Zum einen machten wir einen Abstecher  zum größten bisher gefundenen Meteoriten, der zu 82% aus Eisen besteht.

                                     

Zum andern kamen wir in den Genuss einer besonders schönen Luxuslodge. Ein Mini – Swimmingpool lud zu einem erfrischenden Bad ein. Von unserem Haus aus im Bett liegend konnten wir auf ein beleuchtetes Wasserloch blicken und einzelne Tiere beobachten. 

    

Ankunft in Windhoek – eine Übernachtung – am nächste Morgen Abgabe des PKW am Flughafen – Abflug nach Kapstadt

 

Für Kapstadt hatten wir ein 3- tägiges Ausflugsprogramm zusammengestellt: Stadtrundfahrt – Wine Lands – Fahrt zum Kap der guten Hoffnung, immer mit deutschsprachigem Guide. Das war sehr angenehm und erholsam.     Schon bei der Ankunft konnten wir von unserem Guesthouse ganz nah am Tafelberg das so berühmte Wahrzeichen der Stadt ohne Wolken erblicken:   Table Mountain

             

       

Leider konnten wir den Gipfel nicht mit der Seilbahn erreichen, weil zu starker Wind war. Aber von halber Höhe aus hatten wir doch einen guten Überblick über die Stadt, z.B. auf das WM –  Stadion Green Point. Cape Town ist eine Metropole mit europäischem Charakter und ca. 4 Mio. Einwohnern, wobei über die Hälfte  in den Hütten in den Townships lebt und somit die wunderbare Lage der Stadt zwischen den Bergen und dem Atlantik nicht genießen kann. Für sie gilt es, in großer Armut zu überleben. Sprachen- und Nationalitätenvielfalt zeichnen Stadt und Land aus. Man kommt gut miteinander aus, wurde uns erzählt. Auch die islamische Bevölkerung im Malayenviertel fühlt sich integriert.  In der Stadt gibt es ca. 400 kleine und große Moscheen.Das Denkmal soll die Sprachenvielfalt symbolisieren.

          

Natürlich gibt es auch in Kapstadt eine Waterfront wie in etlichen anderen Hafenstädten auf der Welt: Einkaufsmeilen ,Kneipen, Restaurants für Touristen. Die Portionen in den Restaurants haben meistens gewaltige Ausmaße, wie das Schild belegt.     Der Glockenturm zeugt  von alten Zeiten, als noch Segelschiffe den Hafen anliefen.

             

                           

Übrgens kann man, ohne Gefahr zu laufen, überfallen zu werden, sich in der Stadt frei bewegen, solange es hell ist. Bei Dunkelheit haben wir immer ein Taxi genommen.

Einen sehr schönen Tag durften wir auf unserer Tour zum Cap Point verbringen. Das entsprechende Foto ein unbedingtes Muss!          

 Überhaupt ist die Halbinsel wunderschön und voller Überraschungen. Affen und Pinguine erwartet man an sich nicht an der Südspitze Afrikas.

                                      

      

Wenn man ein Resümee der Reise zieht, dann war es eben kein Pauschalurlaub wie in Europa , sondern ein bisschen afrikanisches Abenteuer:   Interessant  –  abwechselungsreich  –  herrlich anders  – weitläufig  –  fremdartig   –      und auch anstrengend.

Die Odyssee auf dem Flughafen in Johannesburg (48 Stunden wegen Flugverspätungen) bedeutete einen stressigen Schlusspunkt der Reise, aber davon möchte ich nicht erzählen.

Dennoch:       

Veröffentlicht unter Uncategorized | Verschlagwortet mit , | Schreibe einen Kommentar